
- Alexey Pehov: Schattenstürmer - Piper
Mit „Schattenstürmer“ setzt der russische Fantasy-Autor Alexey Pehov seine Trilogie „Die Chroniken von Siala“ fort. Darin variiert er die alte Geschichte einer Gruppe von Helden, deren Quest es ist, einen magischen Gegenstand zu suchen, mit dessen Hilfe die Welt vor dem Bösen bewahrt werden soll. Doch ganz so einfach wird es mit Gut und Böse in „Schattenstürmer“ dann doch nicht.
Der Held von „Schattenstürmer“ ist ein zynischer Dieb
Dem Dieb Garrett kommt bei der Rettung der Welt Siala eine Schlüsselrolle zu. Zusammen mit einer Gruppe Elite-Kriegern, magisch begabten Elfen sowie einem Kobold ist er nach Hrad Spine unterwegs, einer verfluchten und versiegelten Grabstätte verschiedener Völker. Dort liegt das Horn des Regenbogens begraben, ein mächtiges Artefakt, mit dessen Hilfe der Unaussprechliche besiegt werden kann. Dessen Schergen versuchen, die Mission von Garrett und seiner Gruppe zum Scheitern zu bringen. Außerdem taucht ein weiterer Gegenspieler auf: der Herr, dessen Diener über gewaltige Zauberkräfte verfügen.
„Schattenstürmer“ ist in der Ich-Form erzählt
Wie in „Schattenwanderer“, dem ersten Band der „Chroniken von Siala“, wird die Handlung aus Sicht von Garrett erzählt. Dazu wählt Pehov die Form des Ich-Erzählers. So bekommen Leser zwar tiefe Einblicke in den Protagonisten, bleiben aber zugleich im Dunkeln über die Absichten, Pläne und Gedanken der Mitstreiter und Gegenspieler des Diebs.
Pehov jagt seine Figuren von einem Konflikt in den nächsten. Die hohe Ereignisdichte wird nur kurz durch das verbale Geplänkel innerhalb der Gruppe unterbrochen. Fast immer dabei beteiligt ist der Narr Kli-Kli. Dass in diesem mehr steckt, als sich auf den ersten Blick vermuten lässt, wurde schon in Band 1 deutlich. Doch noch immer lässt sich Garrett von den Fähigkeiten des Kobolds überraschen, was mit der Zeit unglaubwürdig wird. Doch genauso wie Kli-Kli gern Überraschungen aus dem Hut zaubert, möchte Pehov seine Leser überraschen – und übertreibt es mit den Wendungen. Doch es gelingt ihm, die Spannung hoch zu halten. Durch die Figur des Herrn dehnt er dazu den Konflikt auf eine weitere Ebene aus, sodass die Handlung komplexer wird, auch wenn Pehovs „Chroniken von Siala“ nicht an eine Serie wie „Das Spiel der Götter“ von Steven Erikson heranreichen.
Ein Buch des russischen Fantasy-Autors Alexey Pehov
Pehov wurde 1978 in Moskau geboren. Bevor er seinen Weg als Schriftsteller begann, studierte er Medizin und promovierte an einem wissenschaftlichen des russischen Gesundheitsministeriums im Fach Kieferorthopädie. Seit seinem Erfolg mit den „Chroniken von Siala“ konzentriert sich Pehov ganz aufs Schreiben.
Die „Chroniken von Siala“ sind noch nicht abgeschlossen
Am Ende des kurzen Fantasy-Romans „Schattenstürmer“ haben die Helden um Garrett Hrad Spine noch immer nicht erreicht. Alexey Pehov hat also noch einige lose Enden, die er im letzten Band der Trilogie zusammenführen muss. „Schattentänzer", der Abschlussband der „Chroniken von Siala“, ist im April 2011 bei Piper erschienen.
Alexey Pehov: Schattenstürmer. Die Chroniken von Siala 2. Piper 2010. Broschiertes Taschenbuch, 448 Seiten (mit Anhang). Euro 16,95 (Österreich 17,50).
